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Reisen all inclusive

Reisen all inclusive - das klingt irgendwie gut und doch weiß man nicht wirklich, was man denn alles inklusive bekommt. Von wem denn überhaupt und wieso? Und verglichen mit was? Ist da wirklich alles mit dabei? Mitnichten!

Wo kommt der Begriff all inclusive her?

Man kann den Begriff im Prinzip direkt auf die sogenannten Club-Anlagen zurückführen. Die gab es bereits in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, um 1970 erlebten sie sicherlich einen kleinen Höhepunkt. Jeder hat sicherlich schon einmal vom Robinson Club gehört (und jeder wäre damals gerne dort gewesen).

Der Name war Programm - in einem Club sollten die Reisenden sich fühlen wie zu Hause in einem Club. Man sollte sich möglichst nur dort aufhalten und an den Programmen des Clubbetreibers teilnehmen. Das versprach gutes Geld. Außerdem war es für die Reisenden eine durchaus gute Sache. Denn damals waren die Urlauber noch nicht sehr auslandserfahren. Die Urlaubsländer hatten kaum Erfahrungen im Umgang mit Urlaubern und konnten auch kaum die Infrastruktur anbieten, die ein Urlauber wollte. So kamen die stets außerhalb gelegenen Clubs eigentlich allen recht. Mit der Zeit griff sich der Begriff Club-Urlaub wohl etwas ab, auch die Clubs kamen in die Jahre. Zeitgleich mit dem Boom der Dominikanischen Republik kam dann eben der neue Begriff All Inclusive ins Spiel. Diese Art von Urlaub soll dem Urlauber alles bieten, was er braucht. Er soll nicht in Krisengebieten aus dem geschützten Domizil heraus müssen. Und das Konzept ging auf. All Inclusive Reisen wurde lange Zeit zum Wachstumsmarkt. Und das teilweise auch verdient - wenn denn wirklich alles inklusive ist.

Was sollte alles inclusive sein?

Um es gleich vorab zu sagen: es gibt keine Mindeststandards für den Begriff All Inclusive Reisen. Weder an die Hotelkategorie noch an das Paket. Wenn früher die Zielgruppe eher der gutbetuchte Urlauber war, dann hat man sich heute eher auf die Familie eingestellt. Und die hat bekanntlich nicht so viel Geld. Damit kann man nur einen geringeren Pauschalpreis durchsetzen, was sich natürlich auf das Angebot niederschlägt.

Will man heute frühere All Inclusive Standards haben, muss man häufig Ultra-All-Inclusive wählen. Eine grobe Übersicht, was alles im All-Inclusive Paket vorhanden sein kann, mag folgende Sammlung von (kostenlosen) Leistungen zeigen: Leihe von Sportgeräten, Reiten, Golf, Tauchen, Fahrräder, Tennis, Tischtennis, Fitnessgeräte, Bogenschießen, Volleyball, Animationssport, Ski, Swimmingpools, Boote, Speziellere Restaurants, Snack-/Imbissmöglichkeiten, Tischkellner, Bars und Diskotheken, Minibar auf dem Zimmer, Casino, Kino, Events, Ausflüge, Strandstühle, Strandkörbe, Strandtücher, Shuttle-Services, Internetzugänge, Einkaufspassagen, Friseur, Ärzte, Apotheken, Massagen, Sauna. Allerdings ist natürlich die Qualität der Angebote verschieden. Tauchen werden sie kaum kostenlos lernen können, allenfalls einen Schnupperkurs.

Was sollte man beachten?

Man sollte sich informieren, bevor man im Ziel ist. Am besten vor der Buchung konkret nach den Leistungen fragen. Und man sollte auch wissen, was man eigentlich will. Will man Ruhe und Erholung, dürfte eine Anlage mit 5 Diskotheken kaum nützlich sein. Andererseits hilf es einem nicht weiter, ein Angebot ohne Ausflüge zu wählen, wenn man viel vom Land sehen will. Ein Adventure-Paket z. B. kann manche Leute überfordern, ein Gourmet-Paket kann einen schlechten Esser nicht wirklich überzeugen. Und wie eingangs erwähnt: achten Sie auf die Fußangeln. Wenn im Buchungsformular z. B. steht ...alle Angebote nach Verfügbarkeit..., dann kann das bedeuten: die Leistungen werden nicht mit Sicherheit erbracht und wenn sie nicht erbracht werden, hat man keine Möglichkeit zu reklamieren.

[11.2008, alle Angaben ohne Gewähr]

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