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[ EU-Neuregelung Roaming-Gebühren ]

Tipps zur Handy Nutzung im Ausland

Eines der unerlässlichen Werkzeuge im Urlaub ist mittlerweile das Handy. Kaum einer will darauf verzichten. Dabei sollte aber auch jeder wissen, dass der Gebrauch eine Handys nicht immer unproblematisch ist und manchmal auch richtig viel Geld kosten kann. Einige Tipps zur Handy-Nutzung:

Vorab: die wichtigsten Tipps

Grundsätzlich sollte man vor Reisebeginn überlegen, ob man sein Handy wirklich braucht oder nicht. Vielleicht macht es zu Hause eine bessere Figur. Außerdem kann man mit nationalen Telefonkarten im Urlaubsland oft wesentlich günstiger telefonieren als mit dem Handy. Wenn man das Handy mitnimmt, dann sollte man sich die wichtigsten Daten irgendwo notieren: Hotline des Providers, Online-Zugangdaten zum Benutzerkonto, IMEI Nummer (International Mobile Equipment Identity, die Seriennummer des Handys).

Mailbox an oder aus?

Hier kann es nur eine Antwort geben: die Mailbox sollte man vor dem Urlaub ausschalten. Denn eine angeschaltete oder umgeleitete Mailbox wird in der Regel immer richtig teuer. Grund: die Umleitung erfolgt in der Regel über das Heimatland, weshalb im Prinzip immer Roaming Gebühren zu zahlen sind. Daher: vor Urlaubsantritt Mailbox ausschalten! Ausnahme: der Provider verzichtet auf die Gebühren für eine Rufumleitung. Das bieten bislang wenige Anbieter an Man sollte sich hier vor Reiseantritt bei seinem Anbieter informieren.

Besser Anrufen, Smsen oder Mmsen?

Wenn man nicht unbedingt mit anderen sprechen muss, dann bietet sich aus dem Ausland eigentlich der SMS-Verkehr an. Eine SMS aus dem Ausland ist zwar teuerer als eine im Heimatland, aber immer noch billiger als der Roaming Anruf. Richtig teuer wird dagegen eine MMS. MMS sollte man grundsätzlich unterlassen. Urlaubsfotos kann man auch zuhause und zusammen anschauen.

Funktioniert meine Karte und was ist Roaming?

Prepaid-Karten sind im Prinzip wiederaufladbare SIM-Karten. Im Gegensatz zu Festvertragshandys kann man Prepaid-Handys immer wieder neu mit einem gewissen Betrag aufladen. Der Vorteil: man zahlt keine Grundgebühr. Der Nachteil: die Gesprächstarife sind teuerer. Eigene Prepaid-Karten funktionieren im Ausland für Anrufe meistens nicht! Die meisten Anbieter erlauben nur, dass man sich anrufen lassen kann bzw. unter Umständen SMS-austauscht. Hier sollte man vorher seinen Provider fragen. Netzinterne Gespräche funktionieren nur solange, wie man sich im Netz aufhält. Das heißt: im Ausland ist in der Regel kein Gespräch netzintern. Wenn man im Ausland ist, dann gilt damit der so genannte Roaming-Tarif. Dieser wurde jüngst heftig auf politischer Ebene diskutiert. Man hat jetzt wohl erreicht, dass Roaming-Tarife durch die Netzbetreiber gesenkt werden müssen (siehe Neuregelung Roaming-Tarife). Aber trotzdem: Roaming ist in der Regel teuerer als netzinterne Gespräche!

Eine interessante Variante wäre der Kauf einer neuen Prepaid Karte im Urlaubsland. Das geht aber nicht immer, denn viele Betreiber geben Karten nur an Einheimische gegen Vorlage eines Ausweises ab. Wenn man dennoch ein Karte bekommt, dann erhält man sozusagen eine neue Rufnummer aus diesem Land. Nachdem man nun aber - zumindest europaweit - die Roaminggebühren neu geregelt hat, macht der Kauf einer Prepaid Karte im Ausland nur noch begrenzt Sinn. Wenn, dann vor allem in nichteuropäischen Ländern bzw. immer dann, wenn man sowieso für längere Zeit in dem Land bleibt.

Handy weg, was tun?

Auch im Ausland gilt das selbe, wie zu Hause. Zuerst einmal sollte man die SIM-Karte sperren lassen. Der allgemeine Sperrnotruf 116116 funktioniert nicht immer. Und die Hotline zum eigenen Provider funktioniert auch nicht immer. Besser: man sperrt die Karte online. Dazu muss man aber seine Vertragsdaten und ggf. die Login-Daten kennen. Sonst bleibt nur der Weg per Fax oder Post. Online geht es schneller und besser.

Wie es weitergeht, muss dann jeder selbst entscheiden. In der Regel muss man den Verlust der Polizei melden. Das kann aber noch nervenaufreibender sein, als der Verlust per se. Je nachdem, was das Teil wert ist, dürfte eine Anzeige in keiner Relation stehen. Falls man eine Anzeige erstattet, sollte man auch die 15-stellige IMEI-Nummer des Handys kennen. Das ist ein Problem, denn kaum einer weiß davon. Die Nummer ist ziemlich gut auf einem Aufkleber im Innenleben des Handys (meist beim Akku) versteckt. Auslesen kann man sie meistens mit *#06#.

Das waren einige Tipps zum Gebrauch des Handys im Ausland. Weitere Dinge sind natürlich selbstverständlich. So sollte man auch im Ausland nicht während des Autofahrens telefonieren. Handys sollten zudem nicht in der prallen Sonne liegengelassen werden und nicht unbedingt mit Wasser oder gar Salzwasser konfrontiert werden. Und: ein gutes Handy ist das Handy, das ausgeschaltet ist. Noch besser: man lässt es gleich zu Hause.


[Alle Angaben ohne Gewähr. Urlaub-Reise-Wegweiser, 05.2007]


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