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Ökotourismus
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Ökotourismus

Ökotourismus ist eine Form des Tourismus, welche in besonderem Maß Rücksicht auf die Umwelt nehmen möchte. Es geht vor allem um Reisen in geschützte oder naturnahe Gebiete (meist Nationalparks oder wenig erschlossene Regionen).

Ökotourismus ist aber immer noch ein Label ohne genaue Definition. Das wiederum weckt Begehrlichkeiten. Werben mit der Plakette Ökotourismus ist schon heute eine einträgliche Sache. Dabei wird unterdrückt, dass Tourismus immer in irgendeiner Weise die Ökologie negativ tangiert. Daher betrachtet man paradoxerweise die Reisewege in dem Zusammenhang überhaupt nicht – es geht nur um einen möglichst umweltverträglichen Urlaub vor Ort.

Nur so können Reisen in entlegenste Gebiete der Erde überhaupt erst mit diesem Siegel versehen werden, anders könnte man eine Reise zur Antarktis, in den Regenwald oder in die Hochgebirge kaum als ökologisch sinnvoll bezeichnen. Auch vor Ort ist das aber nicht unproblematisch, zumal neben rein wissenschaftlich orientierten Reisen auch Tätigkeiten wie Jagen, Sport oder Abenteuerurlaube als Ökotourismus gehandelt werden dürfen.

Grundsätzlich gilt, wie eingangs erwähnt, dass Ökotourismus in relativ unberührten naturnahen Gegenden stattfindet. Von daher sind z. B. Nationalparks typische Regionen für Ökotourismus. Urbane Gebiete können eigentlich nie Ökotourismus anbieten, hier würde man maximal von naturnahem Tourismus sprechen. Da beißt sich das ganze dann auch, denn der Ökotourismus will Gegenden erschließen, die dem Tourismus zuvor eher verschlossen waren. Dazu muss man eine Infrastruktur schaffen. Die ist selten nachhaltig, zumal viele Touristen grundsätzlich eine höhere Belastung der Umwelt bedeuten. Besonders problematisch erscheinen auch Probleme indigener Völker und seltener Tierarten in solchen Regionen. Die müssen dem ökologischsten Tourismus sehr häufig weichen. Das wiederum widerspricht jedem ökologischen oder naturnahen Gedanken.

Es bleibt letztlich dem Urlauber überlassen, wie verantwortungsbewusst er sein Urlaubsziel wählt. An dem für uns nahen Beispiel Schweden könnte man sich sicherlich fragen, ob man dort in entlegenste Gebiete reist oder Austern- und Hummersafaris in Westschweden mitmachen muss. Andererseits gibt es in Schweden immerhin ein ordentliches Öko-Siegel Nature’s best (Naturens Bästa), welche die ökologische Qualität der ca. 147 Ferien- und Aktivitätsangebote von 87 zertifizierten Anbieter im ganzen Land sicherstellen soll. Auch aus Madagaskar hörte man positive Meldungen im Zusammenhang mit dem Ökotourismus. Ohne ihn, so die Meinung vieler Betrachter, wären etliche schützenswerte Gebiete nicht zu retten gewesen.

Vielleicht führt der Ökotourismus insgesamt sogar aus der Sackgasse des hemmungslosen Massentourismus heraus. Ob und wie es funktioniert, wird aber wohl nur die Zeit zeigen können.



[11.2012, alle Angaben ohne Gewähr]

Infos im Web

Bundesamt für Naturschutz

The International Ecotourism Society

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